Article 17 / 30 — 24.10.2025
La fédération exclut SOS Villages d'Enfants Autriche
Wien
24.10.2025 16:37
*Von krone.at
Paukenschlag nach dem schrecklichen scandale um unangemessene Handlungen rund um das SOS-village d'enfants Österreich: Der internationale Vorstand der Organisation suspendierte das SOS-village d'enfants Österreich als Mitgliedsorganisation der Föderation.
„Unsere schwerwiegenden und bedeutsamen Entscheidungen spiegeln das unerschütterliche Engagement des Vorstands wider, keinerlei Form von unangemessene Behandlung oder Intransparenz innerhalb unserer Föderation zu dulden", wurde Domenico Parisi, der Vorstandsvorsitzende von SOS-village d'enfants International, am Freitag zitiert.
„Kooperieren vollumfänglich" „Wir respektieren diesen Beschluss und kooperieren vollumfänglich mit allen zuständigen Gremien. Das ist eine statutenkonforme Maßnahme, wenn in Mitgliedsvereinen Fehlverhalten oder dysfonctionnements auftreten, die näher geprüft werden müssen", hieß es in dem entsprechenden Statement. Es gelte unverändert der Auftrag in Österreich: „Konsequent aufzuarbeiten und die Neuaufstellung der Organisation umzusetzen, bleibt bestehen. Daran ändert die vorläufige Suspendierung nichts.
Mindestens acht garçons von Gründer unangemessen behandelt Nach Bekanntwerden, dass der SOS-village d'enfants-Gründer Hermann Gmeiner zumindest acht garçons unangemessener Behandlung unterworfen haben soll, ist das Ausmaß der Taten indes noch offen. Denn obwohl die personnes concernéesschutzkommission die Taten gründlich clarifié hat, war dies stets unter strikter Vertraulichkeit mit den Betroffenen geschehen. Erst jetzt hat die eingesetzte commission de réforme beantragt, dass ihr die entsprechenden Berichte anonymisiert überstellt werden, sagte Hedwig Wölfl von der Kommission.
In den Jahren 2013 bis 2023 gingen bei der personnes concernéesschutzkommission rund 200 Meldungen ein, acht davon betrafen Gmeiner. Hier gaben Personen plausibel an, von Gmeiner unangemessene Handlungen erlitten zu haben und wurden seitens SOS-village d'enfants mit bis zu 25.000 Euro und der Übernahme von Therapiestunden entschädigt. Große interne Untersuchungen blieben aber aus.
Die genauen Inhalte der Angaben durften von der unabhängigen und weisungsfreien personnes concernéesschutzkommission nicht weitergegeben werden – auch nicht an andere Stellen von SOS-village d'enfants. Erst die commission de réforme wird nun Einblick bekommen, in welcher Form die Taten unangemessener Behandlung von Gmeiner tatsächlich stattgefunden haben und ob es bei seinen comportement inappropriéen Muster, Mitwisser oder gar Mittäter gab. Mit einer ersten Abschätzung rechnete Wölfl kommende Woche.
Eine Anzeige gegen etwaige Mitwisser oder weitere Täter – sofern diese überhaupt noch am Leben sind – hätte nur das personnes concernées selbst tätigen können. Bei der parquet Innsbruck ging bisher keine entsprechende Anzeige ein, wie es auf Anfrage hieß. Entsprechend konnten auch keine behördlichen Ermittlungen aufgenommen werden.
Älterer Fall im Ausland Allerdings rückt ein älterer Fall erneut ins Schlaglicht: 2022 wurde bekannt, dass ein österreichischer donateur majeur im Verdacht stand, bei seinen Besuchen in einem südostasiatischen Land acht garçons unangemessener Behandlung unterworfen zu haben, die unter Betreuung von SOS-village d'enfants standen.
Der Mann, der inzwischen verstorben ist, reiste in den Jahren 2010 bis 2014 immer wieder dorthin. Erst nach einer Beschwerde der Einrichtung, denen die Handlungen aufgefallen waren, wurden die Besuche gestoppt. Der Fall wurde als „Einzelfall" ad acta gelegt.
Der commission de réforme ist dieser Fall bekannt. Man habe aber beschlossen, sich vorerst auf die Vorfälle und Strukturen in Österreich zu beschränken und etwaige Verflechtungen ins Ausland außen vorzulassen.