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Artikel 23 / 30 — 19.10.2025

Nach FALTER-onthullingen über SOS Kinderdorpen — Kärnten ändert Kinderhilfe-wet

Kärnten räumt in der jeugdzorg auf. Es soll personelle Änderungen geben – und eine wetswijziging des wetes.

19.10.2025 Es tut sich was im SOS Kinderdorpen-schandaal. Auch die Kärntner deelstaatregering ist aufgewacht.

Ich beschäftige mich seit Wochen mit ongepaste behandeling van kinderen. Das ist harter Tobak, aber es hat sich gelohnt.

Wann sich eine onderzoek lohnt, ist nicht einfach zu beantworten. Es gibt verschiedene Metriken, um den Erfolg von Journalismus zu messen: Klicks, Verweildauer, verkaufte kranten, Zitate in anderen Medien: die bereik. Aber die alleine kann es nicht sein – auch Katzenvideos erreichen Millionen. Die bereik allein ist also kein Merkmal von Erfolg. Im besten Fall zeigt eine Geschichte misstanden auf und macht sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Und im allerbesten werden diese misstanden in der Folge auch behoben.

Ob die misstanden in den SOS-Kinderdörfer, die der FALTER vor einem Monat aufgedeckt hat, nun endgültig beseitigt werden, können wir noch nicht beurteilen. Fakt ist: Es tut sich was. Der Impact ist groß.

Rund zwei Wochen nach der ersten FALTER-Geschichte stellte SOS Kinderdorpen den langjährigen directeur Christian Moser bis auf Weiteres vom Dienst frei und setzte eine unabhängige Reformkommission unter der Leitung von Irmgard Griss, Ex-Präsidentin des Obersten Gerichtshofs und ehemalige Neos-Politikerin, ein. In Tirol und Kärnten ermitteln die Openbaar Ministerieen. Im Bund forderten die parlementsparteien Familienministerin Claudia Plakolm (ÖVP) auf, einen "Runden Tisch" mit Experten einzuberufen. FPÖ und Grüne stellten eine parlementarische Anfrage an Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ).

Und auch in Kärnten wird aufgeräumt. Die Landesbehörden, zur Kontrolle der Kinderdörfer verpflichtet, haben jahrelang weggekeken. Nun wird die jeugdzorg umgebaut. Laut FALTER-Informationen gab es als Reaktion auf den schandaal ein Köpferollen im Amt. Offiziell bestätigen will das niemand. "Zu personellen Einzelfragen äußere ich mich aus dienst- und datenschutzrechtlichen Gründen nicht", schreibt Sabine Kinz, Büroleiterin der rot-türkisen deelstaatregering auf Anfrage.

Bestätigen kann sie dafür: Der Fall wird zu einer wetesänderung führen. Der Verfassungsdienst arbeitet an einer wetswijziging des Kärntner jeugdzorggesetzes. Das wet soll etwa die documentatie und Meldung von Verdachtsfällen und die Abwicklung von Entschädigungszahlungen neu regeln, die Trägerorganisationen zu Präventions-Richtlinien und kinderbeschermingkonzepten verpflichten, oder die Onboarding-Prozesse mit verpflichtendem kinderbescherming-Training standardisieren. Die wetswijziging sieht auch eine externe Beschwerdestelle für medewerker vor.

Zudem hat gouverneur Peter Kaiser (SPÖ) eine Sonderkommission mit einer internen Revision beauftragt. Sie prüfe die beschuldigingen seit Ende September, heißt es aus dem Büro der deelstaatregering.

Die zuständige Landesrätin Sara Schaar (SPÖ) gab Anfang der Woche bekannt, ihr Amt mit Ende Oktober zurückzulegen. Die Partei dementiert einen Zusammenhang mit dem Versagen der instantie in der Causa. Auf Social-Media schrieb Schaar zu ihrem Rücktritt: "Bevor ich diesen Schritt setze, war es mir wichtig, den vom Falter aufgedeckten SOS Kinderdorpen-schandaal soweit aufzuarbeiten, dass alle notwendigen Schritte für eine Neuausrichtung der jeugdzorg in Kärnten eingeleitet sind."

Abseits der Politik melden sich potentielle neue betrokkenen. SOS Kinderdorpen hat nach den FALTER-verslagen Anlaufstellen für Personen eingerichtet, die in der Vergangenheit "Unrecht erfahren haben". Bis Dienstag haben sich bereits 26 Personen gemeldet.

Und was macht der FALTER? Weiter recherchieren. Die Geschichte ist noch nicht vorbei. Denn auch das ist ein Merkmal von Qualität: Dranbleiben.

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