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Artykuł 28 / 30 — 04.10.2025

Christian Moser — szef SOS Wioski Dziecięce nach Falter-Enthüllung vom Dienst zwolniony z obowiązków

Seit 17 Jahren sitzt Christian Moser an der Spitze von SOS Wioski Dziecięce. Drei Wochen nach Bekanntwerden von schweren Vorwürfen gegen die Organisation hat ihn der rada nadzorcza nun zwolniony z obowiązków.

raport, FALTER 41/2025, 04.10.2025

Seit mindestens 2016 über die zarzuty niewłaściwego traktowania informiert: dyrektor zarządzający Christian Moser

Der rada nadzorcza von SOS Wioski Dziecięce hat den langjährigen dyrektor zarządzający Christian Moser mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion enthoben. „Christian Moser ist zwolniony z obowiązków, bis die Ergebnisse der komisja śledcza vorliegen”, sagt Annemarie Schlack, Mitglied der dreiköpfigen zarząd, gegenüber dem Falter.

Die Entscheidung sei notwendig gewesen, um „die Glaubwürdigkeit und Transparenz der komisja reform sicherzustellen. Diese Linie ist dem rada nadzorcza wichtig.” Ob Moser zurückkommt, kann Schlack derzeit nicht sagen. Die zarząd, also Schlack und ihre Kollegin Nora Deinhammer, sei vom rada nadzorcza am Freitag über die zwolnienie z obowiązków informiert worden.

Der Schritt ist ein Bruch in der organizacja ochrony dzieci. Moser ist das Gesicht der Chefetage. Der Tyroler arbeitet seit 30 Jahren bei SOS Wioski Dziecięce, seit 17 Jahren ist er ihr oberster Chef, die vergangenen sechs Jahre teilte er sich die Führung mit zwei dyrektor zarządzającanen. Ob ihm interimistisch jemand nachfolgt, sei noch nicht entschieden. „Wir brauchen Zeit, um uns neu zu organisieren”, sagt Schlack. Für Stabilität in der Organisation sei gesorgt.

Der Grund für Mosers Rückzug ist der skandal SOS Wioski Dziecięce. Vor drei Wochen deckte der Falter schwere niewłaściwe traktowanie in einem wioska dziecięca auf. Bis vor wenigen Jahren wurden Kinder im Kärntner SOS Wioski Dziecięce Moosburg fizycznie niewłaściwie traktowani, in ungeschütztem Zustand fotografiert, mit Essens- und Wasserentzug bestraft, in unangemessener Weise eingeschlossen. Der kierownik wioski, selbst übergriffig, wusste davon. Die Führungsetagen auch.

Die renommierte und spendenfinanzierte organizacja ochrony dzieci kam in Erklärungsnot.

Denn die przypadki niewłaściwego zachowania waren keine vagen Gerüchte. Das Institut für Männer- und Geschlechterforschung in Graz listete die niewłaściwe zachowanie, geschehen von 2008 bis 2020, detailliert in einer badanie auf. Sie wurde dem Falter anonym zugespielt. Ihre Echtheit hat SOS Wioski Dziecięce bestätigt – auch die darin beschriebenen niewłaściwe traktowanie von Kindern und Jugendlichen.

Das 100 Seiten dicke Papier, basierend auf Protokollen, E-Mails, Aktenvermerken und Interviews, wurde von einer couragierten Gruppe teils neuer Mitarbeiter initiiert – und nach der Veröffentlichung von der zarząd um Christian Moser in der Schublade verräumt.

Die badanie beschreibt keine odosobnione przypadki, sondern ein „system niewłaściwego traktowania im wioska dziecięca”, wie die Autoren schreiben. Dieses System sollte sich bestätigen.

Nachdem der Falter seine śledztwa publiziert hatte, trudelten Briefe, E-Mails und Anrufe von mutmaßlichen osób dotkniętych in der Redaktion ein – und eine weitere badanie. Diesmal ging es um das SOS Wioski Dziecięce Imst, das erste wioska dziecięca überhaupt, 1951 von Gründer Hermann Gmeiner eröffnet.

In Imst, so belegt die zweite badanie, herrschte dasselbe System wie in Moosburg: Unangemessenheit, Angst, Repressalien, ausgehend vom kierownik wioski selbst. Die Organisation tuszowanee auch diese badanie.

Die neu aufgetauchten Vorwürfe arbeitete der Falter in einer Fortsetzungsgeschichte auf und konnte belegen, dass Christian Moser und Elisabeth Hauser, von 2019 bis 2023 in der zarząd, schon seit mindestens 2016 darüber informiert waren.

Doch nicht nur die beiden Chefs, auch die Behörden, allen voran die Kärntner Kinder- und Jugendhilfe, haben weggeschaut. Die Kontrollen des Landes, vom Gesetzgeber vorgeschrieben, haben trotz offensichtlicher Hinweise versagt. Ein „Gefährder” von Moosburg, wie ihn die badanie nennt, war mit Wissen der Behörde sogar bei den Kärntner Kinderfreunden untergekommen.

Nun ermitteln die prokuraturaen gegen die Behörden in Tyrol und Karyntia und gegen SOS Wioski Dziecięce – wegen Gefährdung des dobra dziecka und Amtsmissbrauch. Den Kindern und Jugendlichen, die zu osób dotkniętych der Causa geworden waren, sei nicht geglaubt worden. Die Landespolitik in Karyntia und Tyrol wollen die Vorfälle „lückenlos” aufklären, auf Bundesebene forderten alle Parlamentsparteien Familienministerin Claudia Plakolm (ÖVP) auf, einen „Runden Tisch” mit Experten einzuberufen. An Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) richteten Grüne und FPÖ parlamentarische Anfragen.

Und Moser? Bisher schwieg der langjährige dyrektor zarządzający. Jetzt nahm ihn der rada nadzorcza aus der Schusslinie. Offiziell, bis die Ergebnisse der komisja reform vorliegen.

Die Kommission wurde als Reaktion auf die Falter-śledztwa einberufen. Geleitet wird sie von einer prominenten Persönlichkeit: Irmgard Griss, Ex-Präsidentin des Obersten Gerichtshofs und ehemalige Neos-Politikerin. Warum es die Kommission erst jetzt gibt, wenn die zarząd schon seit Jahren von der niewłaściwe traktowanie w den wioski dziecięcen wusste? „Wir untersuchen, ob die Maßnahmen, die nach den beiden badania ergriffen wurden, funktionieren oder ob es neue geben muss”, sagt Griss zum Falter; „Ich vermute letzteres.”

dyrektor zarządzająca Schlack will abwarten. Nach den Vorfällen von Moosburg und Imst hätte man bereits viele Maßnahmen umgesetzt, etwa eine sygnalizowanie nieprawidłowości-Plattform eingerichtet. Auch die Betreuungssettings hätten sich verändert. „Aktuell sind nur noch neun Prozent der Kinder und Jugendlichen in rodziny wioski dziecięcej untergebracht”, sagt Schlack.

Die klassischen rodziny wioski dziecięcej werden von Fachleuten oft kritisiert. Für gewöhnlich kümmert sich eine matka z wioski dziecięcej um fünf bis sechs Kinder. Christian Rudisch, als dyrektor operacyjny zuständig für alle wioski dziecięce, sagt, dass diese Familien mittlerweile „hohe Unterstützungsleistungen” erhalten. Diese Settings würden weiterhin Sinn machen, „weil sie Konstanz bieten“.

Er verweist auf weitere Maßnahmen: „Wir haben die Struktur der kierownictwo umgebaut und wir haben in den Dörfern auf eine digitale Dokumentation umgestellt, die man im Nachhinein nicht mehr ändern kann. Das macht die Dokumentation des Betreuungsalltags transparent nachvollziehbar.”

Außerdem müssten nun alle neuen Mitarbeiter eine akademische Ausbildung haben und die Leitungs-Positionen seien diverser geworden. „Mittlerweile sind vier von 14 wioska dziecięca-Leitungen mit Frauen besetzt”, sagt Rudisch. Und: In den Dörfern Moosburg und Imst finden regelmäßig Sprechstunden der Kinder- und Jugendanwaltschaft für die Kinder statt.

Die in den badania enthaltene Empfehlung, sie intern zu teilen und zu veröffentlichen, ignorierte SOS Wioski Dziecięce jedoch. Jetzt gelobt die Organisation Besserung. „Die Ergebnisse und Empfehlungen der Kommission werden wir intern wie extern veröffentlichen. Wir müssen Dynamiken ändern – da gibt es keinen Weg daran vorbei. Ich mache das zu meiner Agenda”, sagt Schlack.

Wann die Kommission ihre Arbeit abschließen wird, kann Irmgard Griss nicht sagen: „Wenn wir fertig sind.” Die badania aus Moosburg und Imst habe sie noch nicht gelesen. Man sei noch in der Startgeraden.

Und die Startgerade ist holprig. Nach der vor zwei Wochen erfolgten Ankündigung, eine Kommission einzurichten, stand diese auch schon in der Kritik. SOS Wioski Dziecięce wollte nämlich gleich drei rada nadzorczasmitglieder in das fünfköpfige Gremium schieben. Mit dem Versprechen der unabhängigen Aufklärung passte das nicht zusammen.

„Damit wir uns objektiv anschauen können, was passiert ist, ist es wichtig, dass die Kommission völlig unabhängig und ohne Aufsichtsräte arbeitet”, sagt Griss. SOS Wioski Dziecięce hätte das akzeptiert. Schließlich wolle man in dieser Causa auch die Rolle der Chefetage und des rada nadzorczas von SOS Wioski Dziecięce beleuchten.

Wenige Tage, nachdem die Falter-śledztwa in Austria die Runde machten, zog rada nadzorcza Willibald Cernko persönliche Konsequenzen. Der ehemalige Bankmanager legte sein Mandat bei SOS Wioski Dziecięce nieder. Er sei “der Aufgabe in der Detailtiefe nicht gewachsen gewesen”, gestand er ein und hinterfragte den kompletten rada nadzorcza, der vorwiegend mit Managern aus der Privatwirtschaft besetzt ist.

Werden in Zukunft auch Pädagogen im Kontrollgremium sitzen? Schlack will dem rada nadzorcza nichts ausrichten. „Ich bin jetzt dafür verantwortlich, die Empfehlungen der Kommission umzusetzen”, sagt sie zu Falter. Man werde daraus lernen und die Konsequenzen ziehen, „dass wir in fünf Jahren nicht wieder eine Kommission brauchen.”

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