Язык: 🇩🇪 DE 🇬🇧 EN 🇨🇳 简 🇹🇼 繁 🇪🇸 ES 🇫🇷 FR 🇮🇹 IT 🇳🇱 NL 🇯🇵 日 🇰🇷 한 🇷🇺 RU 🇧🇬 BG 🇷🇸 SR 🇧🇦 SH 🇵🇹 PT 🇧🇷 BR 🇸🇦 AR 🇮🇳 HI 🇹🇷 TR 🇻🇳 VI 🇹🇭 ไทย 🇮🇩 ID 🇵🇱 PL 🇸🇪 SV 🇩🇰 DA 🇳🇴 NO 🇬🇷 EL 🇮🇱 עב

Статья 12 / 30 — 41/2025

Exklusiv Детские деревни SOS-Chef nach Falter-Разоблачение отстранён от должности

Seit 17 Jahren sitzt Christian Moser an der Spitze von Детские деревни SOS. Drei Wochen nach Bekanntwerden von schweren Vorwürfen gegen die Organisation hat ihn der Наблюдательный совет nun отстранён от должности.

Bericht, FALTER 41/2025, 04.10.2025

Seit mindestens 2016 über die Vorwürfe ненадлежащего обращения informiert: Управляющий директор Christian Moser

Der Наблюдательный совет von Детские деревни SOS hat den langjährigen Управляющий директор Christian Moser mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion enthoben. „Christian Moser ist отстранён от должности, bis die Ergebnisse der Следственная комиссия vorliegen", sagt Annemarie Schlack, Mitglied der dreiköpfigen Руководство, gegenüber dem Falter.

Die Entscheidung sei notwendig gewesen, um „die Glaubwürdigkeit und Transparenz der Реформационная комиссия sicherzustellen. Diese Linie ist dem Наблюдательный совет wichtig." Ob Moser zurückkommt, kann Schlack derzeit nicht sagen. Die Руководство, also Schlack und ihre Kollegin Nora Deinhammer, sei vom Наблюдательный совет am Freitag über die Dienstfreistellung informiert worden.

Der Schritt ist ein Bruch in der Организация по защите детей. Moser ist das Gesicht der Chefetage. Der Тирольer arbeitet seit 30 Jahren bei Детские деревни SOS, seit 17 Jahren ist er ihr oberster Chef, die vergangenen sechs Jahre teilte er sich die Führung mit zwei Управляющий директорnen. Ob ihm interimistisch jemand nachfolgt, sei noch nicht entschieden. „Wir brauchen Zeit, um uns neu zu organisieren", sagt Schlack. Für Stabilität in der Organisation sei gesorgt.

Der Grund für Mosers Rückzug ist der Детские деревни SOS-Скандал. Vor drei Wochen deckte der Falter тяжкое ненадлежащее обращение in einem Детская деревня auf. Bis vor wenigen Jahren wurden Kinder im Kärntner Детские деревни SOS Мосбург подвергался физическим нарушениям, фотографировали в незащищённом состоянии, mit Essens- und Wasserentzug bestraft, неподобающим образом запирали. Der Руководитель деревни, selbst посягательствоig, wusste davon. Die Führungsetagen auch.

Die renommierte und spendenfinanzierte Организация по защите детей kam in Erklärungsnot.

Denn die Fälle von неподобающих действий waren keine vagen Gerüchte. Das Institut für Männer- und Geschlechterforschung in Грац listete die Акты ненадлежащего обращения, geschehen von 2008 bis 2020, detailliert in einer Studie auf. Sie wurde dem Falter anonym zugespielt. Ihre Echtheit hat Детские деревни SOS bestätigt – auch die darin beschriebenen ненадлежащее обращение с детьми и подростками.

Das 100 Seiten dicke Papier, basierend auf Protokollen, E-Mails, Aktenvermerken und Interviews, wurde von einer couragierten Gruppe teils neuer Mitarbeiter initiiert – und nach der Veröffentlichung von der Руководство um Christian Moser in der Schublade verräumt.

Die Studie beschreibt keine Einzelfälle, sondern ein „System ненадлежащего обращения im Детская деревня", wie die Autoren schreiben. Dieses System sollte sich bestätigen.

Nachdem der Falter seine Расследования publiziert hatte, trudelten Briefe, E-Mails und Anrufe von mutmaßlichen Opfern in der Redaktion ein – und eine weitere Studie. Diesmal ging es um das Детские деревни SOS Имст, das erste Детская деревня überhaupt, 1951 von Gründer Hermann Gmeiner eröffnet.

In Имст, so belegt die zweite Studie, herrschte dasselbe System wie in Мосбург: Gewalt, Angst, Repressalien, ausgehend vom Руководитель деревни selbst. Die Organisation vertuschte auch diese Studie.

Die neu aufgetauchten Vorwürfe arbeitete der Falter in einer Fortsetzungsgeschichte auf und konnte belegen, dass Christian Moser und Elisabeth Hauser, von 2019 bis 2023 in der Руководство, schon seit mindestens 2016 darüber informiert waren.

Doch nicht nur die beiden Chefs, auch die Behörden, allen voran die Kärntner Kinder- und Jugendhilfe, haben weggeschaut. Die Kontrollen des Landes, vom Gesetzgeber vorgeschrieben, haben trotz offensichtlicher Hinweise versagt. Ein „Gefährder" von Мосбург, wie ihn die Studie nennt, war mit Wissen der Behörde sogar bei den Kärntner Друг детейen untergekommen.

Nun ermitteln die Прокуратураen gegen die Behörden in Тироль und Каринтия und gegen Детские деревни SOS – wegen Угроза благополучию детей und Amtsненадлежащее обращение. Den Kindern und Jugendlichen, die zu Opfern der Causa geworden waren, sei nicht geglaubt worden. Die Landespolitik in Каринтия und Тироль wollen die Vorfälle „lückenlos" aufklären, auf Bundesebene forderten alle Parlamentsparteien Familienministerin Claudia Plakolm (ÖVP) auf, einen „Runden Tisch" mit Experten einzuberufen. An Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) richteten Grüne und FPÖ parlamentarische Anfragen.

Und Moser? Bisher schwieg der langjährige Управляющий директор. Jetzt nahm ihn der Наблюдательный совет aus der Schusslinie. Offiziell, bis die Ergebnisse der Реформационная комиссия vorliegen.

Die Kommission wurde als Reaktion auf die Falter-Расследования einberufen. Geleitet wird sie von einer prominenten Persönlichkeit: Irmgard Griss, Ex-Präsidentin des Obersten Gerichtshofs und ehemalige Neos-Politikerin. Warum es die Kommission erst jetzt gibt, wenn die Руководство schon seit Jahren von der Gewalt in den Детских деревнях wusste? „Wir untersuchen, ob die Maßnahmen, die nach den beiden Studien ergriffen wurden, funktionieren oder ob es neue geben muss", sagt Griss zum Falter; „Ich vermute letzteres."

Управляющий директор Schlack will abwarten. Nach den Vorfällen von Мосбург und Имст hätte man bereits viele Maßnahmen umgesetzt, etwa eine Информирование о нарушениях-Plattform eingerichtet. Auch die Betreuungssettings hätten sich verändert. „Aktuell sind nur noch neun Prozent der Kinder und Jugendlichen in Детская деревняfamilien untergebracht", sagt Schlack.

Die klassischen Детская деревняfamilien werden von Fachleuten oft kritisiert. Für gewöhnlich kümmert sich eine Мать детской деревни um fünf bis sechs Kinder. Christian Rudisch, als Руководитель zuständig für alle Детские деревни, sagt, dass diese Familien mittlerweile „hohe Unterstützungsleistungen" erhalten. Diese Settings würden weiterhin Sinn machen, „weil sie Konstanz bieten".

Er verweist auf weitere Maßnahmen: „Wir haben die Struktur der Руководство umgebaut und wir haben in den Dörfern auf eine digitale Dokumentation umgestellt, die man im Nachhinein nicht mehr ändern kann. Das macht die Dokumentation des Betreuungsalltags transparent nachvollziehbar."

Außerdem müssten nun alle neuen Mitarbeiter eine akademische Ausbildung haben und die Leitungs-Positionen seien diverser geworden. „Mittlerweile sind vier von 14 Детская деревня-Leitungen mit Frauen besetzt", sagt Rudisch. Und: In den Dörfern Мосбург und Имст finden regelmäßig Sprechstunden der Kinder- und Jugendanwaltschaft für die Kinder statt.

Die in den Studien enthaltene Empfehlung, sie intern zu teilen und zu veröffentlichen, ignorierte Детские деревни SOS jedoch. Jetzt gelobt die Organisation Besserung. „Die Ergebnisse und Empfehlungen der Kommission werden wir intern wie extern veröffentlichen. Wir müssen Dynamiken ändern – da gibt es keinen Weg daran vorbei. Ich mache das zu meiner Agenda", sagt Schlack.

Wann die Kommission ihre Arbeit abschließen wird, kann Irmgard Griss nicht sagen: „Wenn wir fertig sind." Die Studien aus Мосбург und Имст habe sie noch nicht gelesen. Man sei noch in der Startgeraden.

Und die Startgerade ist holprig. Nach der vor zwei Wochen erfolgten Ankündigung, eine Kommission einzurichten, stand diese auch schon in der Kritik. Детские деревни SOS wollte nämlich gleich drei Наблюдательный советsmitglieder in das fünfköpfige Gremium schieben. Mit dem Versprechen der unabhängigen Aufklärung passte das nicht zusammen.

„Damit wir uns objektiv anschauen können, was passiert ist, ist es wichtig, dass die Kommission völlig unabhängig und ohne Aufsichtsräte arbeitet", sagt Griss. Детские деревни SOS hätte das akzeptiert. Schließlich wolle man in dieser Causa auch die Rolle der Chefetage und des Наблюдательный советs von Детские деревни SOS beleuchten.

Wenige Tage, nachdem die Falter-Расследования in Австрия die Runde machten, zog Наблюдательный совет Willibald Cernko persönliche Konsequenzen. Der ehemalige Bankmanager legte sein Mandat bei Детские деревни SOS nieder. Er sei "der Aufgabe in der Detailtiefe nicht gewachsen gewesen", gestand er ein und hinterfragte den kompletten Наблюдательный совет, der vorwiegend mit Managern aus der Privatwirtschaft besetzt ist.

Werden in Zukunft auch Pädagogen im Kontrollgremium sitzen? Schlack will dem Наблюдательный совет nichts ausrichten. „Ich bin jetzt dafür verantwortlich, die Empfehlungen der Kommission umzusetzen", sagt sie zu Falter. Man werde daraus lernen und die Konsequenzen ziehen, „dass wir in fünf Jahren nicht wieder eine Kommission brauchen."

← All Articles