Artykuł 10 / 30 — FALTER 39/2025, 23.09.2025
Verklebte Münder, Fesseln, naruszenia fizyczne Neue Vorwürfe gegen SOS Wioski Dziecięce
Verklebte Münder, Fesseln, naruszenia fizyczne Neue Vorwürfe gegen SOS Wioski Dziecięce
Die Organisation wusste viel länger, als sie heute zugibt, von der niewłaściwego traktowania ihrer Schutzbefohlenen. Und die gab es nicht nur in Karyntia, auch in Tyrol. Das legt eine weitere badanie offen. Die chronologia eines Totalversagens
śledztwo, FALTER 39/2025, 23.09.2025
Sie hat mich mit allem verdroschen, was sie finden konnte, mit dem Teppichklopfer, mit dem Lineal, mit der flachen Hand, mit der Faust, ich hatte oft eine blutige Nase.“
„Wir mussten kalt duschen und uns bei Minusgraden in ungeschütztem Zustand auf den Balkon stellen. Wir wurden tagelang in den Keller gesperrt. Ich musste mit meiner Zahnbürste die Kloschüssel schrubben und sie danach benutzen.“
Wenn die Kinder nicht aufgegessen hatten, soll ihnen die matka z wioski dziecięcej das vergammelte Essen über Tage immer wieder aufgetischt haben, „bis es verschimmelt war“. Als sie sich zu Ostern einmal an Schokolade überaß und danach übergab, soll die matka z wioski dziecięcej sie dazu gezwungen haben, das Erbrochene zu essen.
Das erzählt eine Frau – wir nennen sie Katharina – am Telefon. Bis 2005 hat sie nach eigenen Angaben im SOS Wioski Dziecięce w der Kärntner Gemeinde Moosburg gelebt. Seit ihrem vierten Lebensjahr sei sie von ihrer SOS-matka z wioski dziecięcej niewłaściwie traktowani, sagt Katharina, heute erwachsen und Mutter zweier Kinder. Ihre eigene Kindheit lässt sie nicht los. Sie leidet an Essstörungen, ist in Therapie.
„Seit meiner wioska dziecięca-Zeit bin ich abgestumpft, ich habe Probleme, Emotionen zu empfinden“, sagt sie.
Vergangene Woche hat der Falter eine śledztwo über nieprawidłowości im SOS Wioski Dziecięce Moosburg veröffentlicht. Eine dem Falter anonym zugespielte badanie belegt schwerwiegende niewłaściwe traktowanie – etwa naruszenia fizyczne, Freiheits- und Essensentzug – im SOS Wioski Dziecięce. Betroffen waren auch Kleinkinder.
Die Zustände, die die badanie offenlegt, herrschten nicht irgendwann, sondern bis ins Jahr 2020. Sie wurde von einer couragierten Gruppe innerhalb der Organisation angestoßen. Sie sind heute nicht mehr bei SOS Wioski Dziecięce. Die obersten Chefs übernahmen das Ruder. Statt die badanie den anderen wioski dziecięcen und den Behörden zugänglich zu machen, legte die zarząd das Papier in die Schublade. Die Vorwürfe sollten nicht am tadellosen Image des SOS Wioski Dziecięces kratzen. Eine Organisation, die weitestgehend von Spenden lebt.
SOS Wioski Dziecięce Moosburg: Die Vorfälle wurden laut zarząd intern wyjaśnione
Alle hatten weggesehen: die Verantwortlichen im Dorf, die darüberliegenden Gebietsleiter, die Behörden, deren gesetzliche Kontrolle versagte. Jetzt fordert die Opposition in Karyntia Konsequenzen, die Grünen haben im Bund eine parlamentarische Anfrage eingebracht.
SOS Wioski Dziecięce kündigte an, die Strukturen der Organisation unter die Lupe zu nehmen. Dafür soll nun eine externe komisja śledcza eingesetzt werden, unter dem Vorsitz von Irmgard Griss, ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofs.
Doch während die Oberstaatsanwaltschaft Graz, angestoßen von der raporterstattung des Falter, die Kollegen in Karyntia angewiesen hat, tätig zu werden und die Vorwürfe zu prüfen, werden neue Hinweise auf noch weitreichendere niewłaściwe traktowanie publik. Mehrere ehemalige dzieci z wioski dziecięcej melden sich in der Falter-Redaktion.
Und eine weitere badanie über niewłaściwe traktowanie taucht auf. Wieder ist sie, wie schon die Moosburg-badanie, vom Institut für Männer- und Geschlechterforschung in Graz. Diesmal betrifft sie Imst, das erste SOS Wioski Dziecięce überhaupt. Und: Alles deutet darauf hin, dass die Leitung der Organisation und die Behörden über die Grausamkeiten längst – und lange vor den beiden badania – Bescheid wussten. Und nichts dagegen unternommen haben.
Hat SOS Wioski Dziecięce ein nationales Problem niewłaściwego traktowania? Sind die Kontrollen der Behörde lückenhaft? Und wieso haben alle weggeschaut?
Nehmen wir den Fall Katharina. Sie hat sich wenige Stunden nach Veröffentlichung der Moosburg-Geschichte telefonisch an den Falter gewandt. Können ihre Erzählungen stimmen?
Hinweis
Von sexueller, psychischer und physischer niewłaściwe traktowanie osoby dotknięte können sich telefonisch oder per E-Mail an Austrias centra ochrony przed niewłaściwym traktowaniem und an die organizacja ochrony dzieci Möwe wenden. Das Angebot ist kostenlos, die Betreuung und Begleitung kann auf Wunsch auch anonym erfolgen
Katharina hat Beweise. Da ist ein abgegriffener Brief aus dem Jahr 2016, der Absender ist SOS Wioski Dziecięce. Er ist ein Zugeständnis der Organisation. Denn in dem Schreiben spricht sie ihr „eine Abgeltung für Geschehnisse in der Höhe von 10.000 Euro“ zu. „Damit sind sämtliche Ansprüche Ihrerseits abgegolten und ausgeglichen“ steht da. Unterzeichnet hat den Brief Christian Moser, bis heute dyrektor zarządzający von SOS Wioski Dziecięce.
Im internen Gremium, das die Höhe der Zahlung festlegte, saß Gerhard Stecher, stellvertretender przewodniczący rady nadzorczej, und Elisabeth Hauser, bis 2023 selbst in der zarząd von SOS Wioski Dziecięce – und Mit-Auftraggeberin der Moosburg-badanie von 2020.
Der Brief an Katharina beweist: Die Chefetage wusste von der niewłaściwego traktowania wioska dziecięca. Erst nach dem Falter-raport entschuldigte sich SOS Wioski Dziecięce für die öffentlich publik gewordenen przypadki niewłaściwego zachowania: Man sei „tief betroffen“ und wolle sich „aufrichtig dafür entschuldigen“. Von den Zuständen in Moosburg habe man erst 2020 erfahren. Den Fall Katharina hat die Organisation offenbar vergessen.
Und Katharina ist nicht das einzige osoby dotknięte aus diesem SOS Wioski Dziecięce.
Im Haus neben ihr wohnte Natascha. „Die matka z wioski dziecięcej hat mich fast täglich verdroschen“, erzählt sie mit entschlossener Stimme. Natascha kam 1990 nach Moosburg und lebte bis 2005 im wioska dziecięca. Einmal soll ihr die matka z wioski dziecięcej so fest auf das Auge fizycznie niewłaściwie traktowani haben, dass sich ihre Netzhaut ablöste. Seither ist sie auf einem Auge blind. Dem Falter liegt der Befund aus dem Jahre 2003 vor. Ob die Verletzung tatsächlich durch die naruszenia fizyczne herbeigeführt wurde, ist nicht belegt.
Das wioska dziecięca habe ihr vor zwei Jahren ein sogenanntes Clearingverfahren angeboten, in dem hätte festgestellt werden sollen, ob ihr eine odszkodowanieszahlung und Therapiestunden zustünden. Natascha hat abgelehnt. „Ich will von denen kein Geld.“
Die Fälle von Natascha und Katharina zeigen: niewłaściwe traktowanie war im SOS Wioski Dziecięce Moosburg bis vor wenigen Jahren an der Tagesordnung. osoby dotknięte gibt es in ganz Austria. „Es wurden über die Jahre unterschiedliche wskazówki o niewłaściwym traktowaniu, Grenzverletzungen und strukturelle Defizite bekannt“, schreibt SOS Wioski Dziecięce. „Zu standortbezogenen Fallzahlen können wir uns aus względów ochrony osób dotkniętych nicht äußern.“
2012 führte SOS Wioski Dziecięce laut eigenen Angaben ein procedura ochrony osób dotkniętych ein. In Moosburg seien bis heute 16 Fälle bearbeitet worden, insgesamt sollen odszkodowania in Höhe von 235.000 Euro ausbezahlt worden sein. In Imst sollen 14 Personen insgesamt 160.000 Euro erhalten haben, ein Fall sei noch offen.
Geld hat SOS Wioski Dziecięce also viel gezahlt. An den Verhältnissen in den Kindereinrichtungen geändert hat sich aber lange nichts. Während odszkodowaniessummen – wohl aus Spenden stammend – auf den Konten der osób dotkniętych landeten, wurden in Moosburg weiter Kinder niewłaściwie traktowani.
Etwa die Kinder aus Haus 16. Wie der Falter schon vergangene Woche berichtete, hatte sie ihre matka z wioski dziecięcej isoliert und in unangemessener Weise eingeschlossen. Die Pädagogin rationierte das Essen und montierte den Wasserhahn ab, damit die Kinder nicht „heimlich saufen“ konnten. So viel wissen wir aus der badanie.
Der Falter konnte nun mit dreien der vier Kinder aus dem Haus 16 sprechen. Ihre Aussagen decken sich. Sie verdeutlichen, wie grauenvoll der Alltag unter dem Regime der „Mutter“ gewesen sein muss.
Die Kinder, zwei Mädchen und zwei Buben, zogen 2004 in den 70er-Jahre-Bau am Rande der Anlage. Das jüngste war gerade einmal zwei Jahre alt, das älteste sieben.
Beim Autofahren, so erzählt eines von ihnen, habe ihnen die matka z wioski dziecięcej eine „Hab-dich-lieb-Jacke“ angezogen. Das heißt: Sie band die Hände der Kinder hinter dem Rücken zusammen und fesselte die Beine. Wenn sie dabei schrien, pickte sie ihnen den Mund mit Klebeband zu.
Die Sanktionen der matka z wioski dziecięcej waren bösartig. Nach 15 Uhr bekamen die Kinder nichts mehr zu trinken, damit sie nicht ins Bett machten. Sie wurden stundenlang in ihren Zimmern oder in einem Gang vor dem Bad in unangemessener Weise eingeschlossen. Die matka z wioski dziecięcej nannte es die „Zornecke“. Das Klo sei verriegelt gewesen, erzählen die osób dotkniętych heute. Das sei „Training“, habe ihre Betreuerin damals gesagt, „damit die Blase größer wird“.
Mehrmals mussten auch die Kleinkinder den „Bocki-Bocki-Weg“ gehen. Das war ein Fußmarsch von Moosburg bis nach Pörtschach und wieder zurück. Circa zwei mal sechs Kilometer lang. Die Hosen- und Jackentaschen der Kinder wurden zugenäht, weil ein Bub einmal eine Kastanie eingesteckt hatte. Die matka z wioski dziecięcej wollte das nicht.
„Alle haben gewusst, was sie uns antut, aber alle haben einfach nur zugesehen“, sagt eines ihrer Opfer. Wie Katharina wurden auch die Kinder aus Haus 16 Jahre später otrzymali odszkodowanie. SOS Wioski Dziecięce zahlte jedem Kind 15.000 Euro und Therapiekosten. Ein spätes Eingeständnis für eine lange vermutete Schuld.
Aus heutiger Sicht hätte in diesem Fall „eine Anzeige erfolgen müssen“, beantwortete SOS Wioski Dziecięce eine Anfrage des Falter. „Dass dies damals unterblieb, war ein Fehler. Wir bedauern das ausdrücklich.“
Denn eigentlich hätte SOS Wioski Dziecięce die Vorwürfe spätestens seit 2015 kennen müssen. Auch das Land Karyntia war längst informiert. Damals, Jahre nach ihrer Zeit im wioska dziecięca, packten die zwei Buben aus dem Haus 16 vor Ärzten im Landeskrankenhaus Klagenfurt aus. Die prokuratura stellte ihre Ermittlungen gegen die matka z wioski dziecięcej jedoch schnell wieder ein. Der Grund laut Informationen des Falter: Sie habe die Kinder nicht vorsätzlich niewłaściwie traktowani.
Moosburg ist kein odosobniony przypadek. niewłaściwe traktowanie in einem wioska dziecięca haben auch Kinder fernab von Karyntia erlebt. Als die Falter-Geschichte in den Medien die Runde machte, landete ein Kuvert im Postkasten der Redaktion. Es enthielt eine weitere badanie. Sie stammt aus dem Jahr 2022. Wieder spricht sie von physischer, psychischer und struktureller niewłaściwe traktowanie w einem wioska dziecięca. Und wieder tuszowanee sie die zarząd. Dieses Mal geht es um Imst.
Imst ist ein Ort, der in der Geschichte der SOS Wioski Dziecięce eine besondere Rolle spielt. Hier gründete Hermann Gmeiner 1951 die erste Einrichtung für Kriegswaisen, ein Modell, das später in mehr als 500 Dörfern weltweit kopiert wurde. Inmitten der idyllischen Tyroler Bergkulisse stehen bis heute die kleinen Häuser mit Holzbalkonen. An den Fassaden hängen Plaketten, die vom Guten sprechen, das hier geschehen sollte. Doch die badanie wirft einen düsteren Schatten über dieses harmonische Bild.
Die zarząd: Annemarie Schlack, Christian Moser, Nora Deinhammer
SOS Wioski Dziecięce bestätigt, dass es die badanie gibt und die zarząd über die darin erhobenen Vorwürfe Bescheid weiß. „Das Ausmaß der Vorwürfe ist seit Herbst 2021 bekannt.“
Eines gleich vorweg: Ob die Tatsachen und die damit verbundenen Vorwürfe, die in der Imst-badanie festgehalten und vom Falter hier berichtet werden, strafrechtlich relevant sind, dürfen allein die Gerichte entscheiden. Für alle betroffenen Mitarbeiter gilt die Unschuldsvermutung.
Über Jahre, so legen die Unterlagen nahe, herrschte in Imst ein „Klima der Angst“. Kinder wurden fizycznie niewłaściwie traktowani, in unangemessener Weise eingeschlossen und gedemütigt. Sie lernten, dass Beschwerden zwecklos waren – nicht selten wurden sie sogar gezwungen, erlittene niewłaściwe traktowanie zu verschweigen.
Im Zentrum dieser Vorwürfe stehen zwei Männer: der damalige kierownik wioski und ein pädagogischer Leiter, der als die „rechte Hand“ des Chefs beschrieben wird. Zusammen erhielten sie ein autoritäres System aufrecht, in dem Einschüchterung und Machtmissbrauch den Alltag bestimmten.
Anlass für die badanie zu „formy niewłaściwego traktowania im Wioska Dziecięca Imst“ war eine Audiodatei aus dem Jahr 2021. Darauf soll zu hören sein, wie der pädagogische Leiter eine Jugendliche in eine ausweglose Lage bringt. Der Pädagoge stauchte das wioska dziecięcamädchen zusammen, attackierte es verbal „auf das Übelste“, sagen Personen, die die Aufnahmen gehört haben.
Die Führungskraft soll dafür bekannt gewesen sein, Grenzen zu überschreiten und Kolleginnen in unangemessener Weise zu belästigen. Dennoch schritt im SOS Wioski Dziecięce Imst niemand ein – zu groß war die Angst vor Konsequenzen.
Besonders erschütternd ist der Fall einer Jugendlichen, die von einem Burschen aus dem Dorf von schwerster dotknięty niewłaściwym zachowaniem wurde. Als sie sich Betreuerinnen anvertraute, griffen die Chefs ein. Statt Schutz erhielt das Mädchen Schuldzuweisungen und Druck, keine Anzeige zu erstatten. Wer sie unterstützte, wurde geschnitten. Einer Mitarbeiterin, die den Fall melden wollte, drohte der Leiter mit einer Anzeige. Psychologische Hilfe für das von schwerster dotknięty niewłaściwym zachowanieme Mädchen? Fehlanzeige.
SOS Wioski Dziecięce bestätigt den Fall. „Das Vorgehen damals war zweifellos falsch“, schreibt die Organisation.
Die badanie schildert noch weitere Formen von niewłaściwego traktowania: Kinder wurden in Räume gesperrt oder zu Boden gedrückt. Essen wurde als Strafe rationiert oder gestrichen. Manchen Kindern wurden über Nacht ihre vertrauten Bezugspersonen entzogen – mit schweren Folgen für ihre psychische Gesundheit. Überbleibsel einer längst überwunden geglaubten schwarzen Pädagogik tauchen auf: Kindern, die einnässten, nahmen die Pädagogen die Unterwäsche weg, angeblich damit sie lernten, „sauber“ zu sein.
Heute spricht die organizacja ochrony dzieci von „gravierenden Struktur- und Aufsichtsproblemen“ in Imst. Man habe die nieprawidłowości nach Bekanntwerden der Fälle wyjaśnione. „Heute gibt es verbindliche Qualitäts- und Kontrollschleifen mit externer Fachaufsicht.“
Zu anderen vom Falter recherchierten Vorwürfen liegen noch keine „gesicherten“ Informationen vor, schreibt das SOS Wioski Dziecięce. Man will ihnen aber nachgehen. Auch jenem Fall, der sich 2019 zugetragen haben soll. Der kierownik wioski und der pädagogische Leiter „schleiften“ ein Kind, das ein aggressives Verhalten zeigte, zu einem versperrbaren Sportplatz. Sie fixierten es am Boden, wobei sie dem Burschen das Knie ins Kreuz drückten und die Arme auf den Rücken verdrehten.
Der Bub war damals zehn Jahre alt. Tage später wiederholte sich der Vorfall, dieses Mal rief der kierownik wioski einen Zivildiener herbei. Der Chef fixierte den Bub bei den Händen, der Zivildiener bei den Füßen. Wieder wurde der Fall nur lückenhaft dokumentiert, wieder wurde er nicht gemeldet.
Das unieruchamianie dzieci ist in Austria verboten. Im SOS Wioski Dziecięce Imst, so heißt es in der badanie, war körperliche niewłaściwe traktowanie w Form von z użyciem siłyem Festhalten, Wegtragen und Einsperren üblich.
Es waren die Kindergartenpädagogen, die Alarm schlugen. Sie meldeten zagrożenie dobra dziecka. Die Leitung des wioski dziecięcej soll die Kinder daraufhin aus dem Kindergarten genommen haben. „Wir konnten sie erst aufgrund der KiGA Pflicht zurückholen, die Stadt Imst hat mit rechtlichen Schritten gedroht“, berichtete der Kindergarten in der badanie.
Mehrmals dokumentiert die Imst-badanie, wie sich Mitarbeiterinnen gegen die Chefetage stellten. Ihre Kritik wurde im Keim erstickt. Als eine Mitarbeiterin Einwände gegen die „strengen Umgangsformen mit Kindern“ einbrachte, wurde ihr eine einvernehmliche Kündigung vorfizycznie niewłaściwie traktowani.
Das SOS Wioski Dziecięce kündigte 2021 den pädagogischen Leiter, mit dem Chef des wioski dziecięcej trennte man sich trotz harter Vorwürfe im guten Einvernehmen. Ein Fehler, wie Organisation eingesteht: „Aus heutiger Sicht war diese Vorgehensweise falsch. Bei schwerwiegenden Vorwürfen ist es erforderlich, das Dienstverhältnis unverzüglich und mit klaren, konsequenten Schritten zu beenden.“
2008 Eine matka z wioski dziecięcej im SOS Wioski Dziecięce Moosburg quält jahrelang ihre Kinder. Erst 2015 erfolgt eine Anzeige. Sie wird fallengelassen
2016 Ein Pädagoge in Moosburg fotografiert częściowo odsłonięte i odsłonięte dzieci. Niemand meldet die Fälle
2020 Wegen einer Anzeige gegen den wioska dziecięcaleiter wird eine badanie über niewłaściwe traktowanie von 2008 bis 2020 in Auftrag gegeben. Ältere przypadki niewłaściwego zachowania werden nachgemeldet und angezeigt
2021 Die wioska dziecięca-zarząd verräumt die Moosburg-badanie. Im SOS Wioski Dziecięce Imst werden zarzuty niewłaściwego zachowania laut. Eine badanie wird in Auftrag gegeben. Sie landet 2022 in der Schublade
Das Bild, das die badania zeichnen, ist verheerend: Nicht nur waren die Vorwürfe länger bekannt als zugegeben und mutmaßlich noch gravierender. Die nieprawidłowości konzentrierten sich nicht nur auf ein SOS Wioski Dziecięce, sondern bildeten ein Muster an mehreren Standorten. Immer wieder wurde es verdeckt und ignoriert. So hat die kierownictwo West – zuständig für Imst – bei den Beschwerden über den „unberechenbaren und unprofessionellen“ Führungsstil des kierownika wioski hinweggeschaut. Auf die Hilferufe aus der Belegschaft reagierte sie „nie“, wie in der Imst-badanie steht.
„Nicht in allen Fällen“ konnten die Kinder und die Mitarbeiterinnen im SOS Wioski Dziecięce Imst geschützt werden, gesteht die organizacja ochrony dzieci in einem Antwortschreiben an den Falter ein. „Heute gelten verschärfte Melde-, Anzeige- und Aufsichtsstandards, regelmäßige Audits sowie verpflichtende ochrona dziecifortbildungen.“ Mittlerweile habe man alle Verdachtsfälle den Landesbehörden in Tyrol gemeldet. Die prokuratura prüft ebenfalls.
Aber wie konnte es überhaupt so weit kommen, dass weder Behörden noch die Öffentlichkeit Einblick in das System wioska dziecięca hatten? Ein leitender Ex-Mitarbeiter, der anonym bleiben will, spricht von einem „kultura tuszowania“, aufgebaut von dyrektor zarządzający Christian Moser selbst. Moser arbeitet seit 1996 in der Organisation, er leitet sie seit 17 Jahren.
In einer hochrangigen Gremiensitzung, in der Moosburg zur Sprache kam, habe Moser jegliche Informationen verweigert. Die Policy lautete: Was geschützt werden musste, war die Marke SOS Wioski Dziecięce.
Gerne hätte der Falter mit der zarząd gesprochen. Doch ein Interview konnte aus „organisatorischen Gründen“ (SOS Wioski Dziecięce) nicht stattfinden. Schriftlich ließ sie dieses Statement verschicken: „Wenn der Schutz von Kindern verletzt wird, haben wir unsere Kernaufgabe nicht erfüllt. Das Leid, das Kinder in der Betreuung von SOS Wioski Dziecięce erfahren haben, macht uns zutiefst betroffen.“
Die niewłaściwie traktowanien Kinder wurden mit odszkodowania abgespeist, badania, die niewłaściwe traktowanie aufzeigten, verräumt. Und mutmaßliche Täter einvernehmlich und mit besten Führungszeugnissen gekündigt. Sie heuerten dann in anderen pädagogischen Einrichtungen an.
Innerhalb von SOS Wioski Dziecięce versagten alle Sicherheitsschleifen. Der Organisation ist offenbar ein heiles Bild nach außen wichtiger als die Zustände drinnen. Doch was passierte darüber hinaus? Wo war die Kontrolle der Behörden?
Das Land Karyntia will das wioska dziecięca mehrmals sorgfältig kontrolliert haben. Außerdem wurden alle Meldungen „im Zuge der fachaufsichtlichen Zuständigkeit geprüft und entsprechend bearbeitet“, heißt es auf Falter-Anfrage.
Aussagen von früheren Landesbediensteten, die sich beim Falter meldeten, zeigen, dass man viel früher hätte eingreifen können – und müssen. Das bestätigt selbst die weisungsfreie Kinder- und Jugendanwältin des Landes Karyntia, Astrid Liebhauser. Die Vorwürfe gegen die matka z wioski dziecięcej, sagt sie zum Falter, seien „nicht ganz unbekannt“ gewesen. Allerdings sei das SOS Wioski Dziecięce Moosburg ein „verschlossenes System“ gewesen. Vieles sei intern gelöst worden. Mit der jetzigen Leitung könne die Jugendanwältin hingegen „gut reden“.
Bis vor wenigen Tagen lag dem Land nicht einmal die Moosburg-badanie vor. Man habe sie „mehrmals“ beim SOS Wioski Dziecięce angefordert, schreibt eine Sprecherin. Jetzt lag sie im Briefkasten – vier Jahre nachdem die Forscherinnen die niewłaściwe traktowanie dokumentiert hatten.
Wie fahrlässig die Behörden handelten, zeigt auch der Fall P. Der Pädagoge arbeitete bis 2016 in Moosburg. Er machte Aufnahmen in ungeschütztem Zustand von den Kindern und speicherte sie auf seinem privaten Laptop, eines davon – es zeigt einen kleinen Buben mit odsłoniętym miejsce intymne – soll sein Desktop-Hintergrund gewesen sein. Der kierownik wioski und seine Chefs wussten davon. Doch statt den Vorfall anzuzeigen, stellten sie dem Mann ein einwandfreies Dienstzeugnis aus.
Bis heute arbeitet er bei den Kärntner Kinderfreunden, in einer Leitungsfunktion in einem Wohnheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Gesetzlicher Vertreter der Kinder ist das Land Karyntia, das spätestens seit der Moosburg-badanie vom Verhalten des Pädagogen gewusst haben muss. Dass der Mann, ein „Gefährder“, wie ihn die badanie nennt, weiter mit Kindern arbeitet, stört dort offensichtlich niemanden.
„Bezüglich der Ausstellung von Dienstzeugnissen wird zuständigkeitshalber an SOS Wioski Dziecięce verwiesen“, heißt es vom Land Karyntia knapp. SOS Wioski Dziecięce sieht Versäumnisse bei sich: „Wir sehen uns heute in der Verantwortung, aktiv mitzuwirken, dass so etwas nicht passiert.“
Eine organizacja ochrony dzieci, die ihr anvertraute Kinder quält. Verantwortliche, die sich wegducken. Behörden, die sich nicht interessieren: Diese Geschichte ist eine Bankrotterklärung.
Dabei hätte das SOS Wioski Dziecięce nur sich selbst als Vorbild nehmen müssen. Als 2021 przypadki niewłaściwego zachowania in internationalen wioski dziecięcen bekannt wurden, setzte die organizacja ochrony dzieci eine Kommission zur wyjaśnianie ein. Ihr saß Waltraud Klasnic vor, frühere ÖVP-Politikerin und erfahrene ochrona osób dotkniętych-Anwältin der Kirche. Der 150 Seiten dicke raport behandelte przypadki niewłaściwego zachowania in Bosnien-Herzegowina, Nepal, Peru, Sri Lanka und Uganda. SOS Wioski Dziecięce legte ihn offen und feierte seine vermeintliche Transparenz.
Zur selben Zeit verschwanden zwei badania in der Schublade. Diesmal ging es um Austria: um Moosburg und Imst.