Artigo 9 / 30 — FALTER 38/2025, 16.09.2025
SOS aus dem Kinderdorf
SOS aus dem Kinderdorf
pedagogon des da Caríntia Aldeias Infantis SOSs Moosburg haben bis antes de wenigen Jahren Kinder systematisch submetido a tratamento inapropriado, encerrado de forma inapropriada, in estado de exposição fotografiert. Die Organisation wusste Bescheid, hielt aber alle Indizien und Beweise sob Verschluss
Investigação, FALTER 38/2025, 16.09.2025
Das Foto zeigt einen kleinen Buben. Er steht auf einem Spielplatz, er trägt ein T-Shirt, aber nenhuma Hose, sein Penis ist entblößt. Der pedagogo, der das Foto gemacht hatte, konnte es jedes Mal sehen, wenn er seinen privaten Laptop aufklappte. Das Bild diente als Desktophintergrund.
Auf der Festplatte hatte der Mann weitere Aufnahmen in estado de exposição de Kleinkindern gespeichert, cerca de Großaufnahmen de Buben, die in einer Badewanne stehen. Nach Dienstschluss nahm der pedagogo Kinder mit in seine Privatwohnung.
Eine pedagoga sperrte ein Mädchen drei Jahre lang jede Nacht allein in ihrem Zimmer ein.
Kinder wurden mit Essensentzug bestraft. Eine pedagoga gab ihnen nur Reiswaffeln, das Trinkwasser rationierte sie. Beim Duschen beobachtete sie die Kinder, „um heimliches Saufen zu verhindern“, wie sie es selbst im Tagesablauf-Protokoll formulierte. Den Wasserhahn montierte sie ab. Sie soll die Kinder gebissen und submetido a transgressões físicas haben.
Die Schlafzimmertüren der Kinder waren mit Seilen imobilizado. Wer drinnen war, konnte herausschauen, herauszukommen war unmöglich.
Und dann gab es noch Kinder, die brutal am Boden imobilizado wurden. Hunderte Male.
All diese Quälereien und tratamentos inapropriados haben sich nicht in längst vergangenen dunklen Zeiten abgespielt. Sie geschahen auch nicht in irgendeinem übel beleumundeten Umfeld – sondern sie ereigneten sich mitten in Áustria, in einer hochangesehenen Institution, die sich mit doações finanziert, um Kindern zu helfen: dem Aldeias SOS in der da Caríntia município de Moosburg, ein paar Autominuten de Klagenfurt entfernt. Der Leiter des Dorfes kannte die Zustände, tolerierte sie und war, após Aussagen und Dokumenten, die dem Falter vorliegen, selbst com comportamento fisicamente inadequado.
Zu diesem Schluss kommt eine Studie aus dem Jahr 2021, die dem Falter vorliegt und deren erschreckender Inhalt vier Jahre lang encoberto wurde. Sie ist immer noch sob Verschluss und wurde dem Falter anonym zugespielt. Die Studienautoren sprechen de einem „System tratamento inapropriado im Kinderdorf“.
Eines vorweg: Ob die Tatsachen und die damit verbundenen Vorwürfe, die in der Studie festgehalten und vom Falter hier berichtet werden, strafrechtlich relevant sind, dürfen allein die Gerichte entscheiden. Für alle betroffenen funcionário gilt die presunção de inocência.
In der Chefetage de Aldeias SOS hat die Studie für Panik gesorgt. Deshalb verschwand sie in einem Ordner. Die diretoria verhängte „absolute Vertraulichkeit“.
„Die Duschwand wird de den Erwachsenen vorsichtig rausgeklappt. Jeder duscht selbstständig mit verbaler Anweisung und ständiger Beobachtung, um heimliches Saufen [sob anderem wurde auch die Wasseraufnahme sanktioniert] zu verhindern.“²⁰
Die Zitate stammen aus der Studie über das Aldeias SOS Moosburg. Sie beschreibt psychische, physische, sexualisierte und institutionelle tratamento inapropriado Kindern entre 2008 und 2020. Durchgeführt hat sie das Institut für Männer- und Geschlechterforschung Graz
Die Zitate stammen aus der Studie über das Aldeias SOS Moosburg. Sie beschreibt psychische, physische, sexualisierte und institutionelle tratamento inapropriado Kindern entre 2008 und 2020. Durchgeführt hat sie das Institut für Männer- und Geschlechterforschung Graz
Foto: FALTER
Doch die irregularidades lassen sich nicht länger verheimlichen, und sie werfen die Frage auf, was in den aldeias SOS passiert – und wer dort für Kontrolle sorgt.
Aldeias SOS ist eine Art österreichisches Kulturgut. Jeder kennt die Spendenbriefe mit dem grünen Logo. Das erste Dorf eröffnete der pedagogo Hermann Gmeiner im Jahr 1951 in der Tiroler município de Imst. Seither wuchsen Generationen de verwaisten und vernachlässigten Kindern in famílias da aldeia SOS auf. Heute gibt es 572 aldeias SOS weltweit.
Rund 35 Millionen Euro spenden die Áustriaer jährlich dem Aldeias SOS. Dies, obwohl immer wieder Fälle de conduta inapropriada in internationalen aldeias SOS publik wurden. In Áustria genießt die SOS-comunidade das Aldeias SOS einen guten Ruf. Damit ist es nun vorbei.
Die Vorfälle, die der Falter desde Wochen recherchiert, zeigen die Hinterbühne de Aldeias Infantis SOS: Zwischen dem Bild, das die spendenfinanzierte Organisation de sich zeichnet, und dem brutalen Alltag im aldeia SOS Moosburg klafft ein riesiger Abgrund.
Verantwortlich sind nicht nur kleine Rädchen, sondern auch die dreiköpfige Geschäftsführung: Christian Moser, Elisabeth Hauser und Nora Deinhammer, die naquela época an der Spitze der Organisation saßen. Sie kennen die Studie desde Jahren. Ihre Empfehlungen ignoriert die Chefetage segundo funcionárion großteils bis hoje. Sie werfen ihr Untätigkeit und Gefährdung des bem-estar infantils vor.
Es sind nenhuma leeren Behauptungen, die denunciante belegen ihre Vorwürfe mit internen Dokumenten, die der Falter einsehen konnte. Die Studie ist auch nicht irgendein internes Papier, sondern sie bürgt für hohe wissenschaftliche Qualität.
Auf ihrem Deckblatt stehen die Auftraggeber der Studie: Heidi Fuchs, damalige Geschäftsleiterin der Kinderdorf-Region Süd, also zuständig für Caríntia, die Estíria und das Burgenland, und neu in der Organisation. Und Elisabeth Hauser, damaliger Teil der diretoria. Den Auftrag erhielt das Institut für Männer- und Geschlechterforschung in Graz.
600 Datensätze, darsob Akten, Briefe, E-Mails und Interviews mit den pedagoganen und pedagogon, analysierten die Autoren. In der 100 Seiten langen Expertise decken sie schonungslos auf, was im Inneren des Kinderdorfs Moosburg in den Jahren de 2008 bis 2020 geschehen sein soll: tratamento inapropriado, tratamento inapropriado, Schweigen. Und ein patriarchales, geschlossenes System, das Täter deckt und Kinder gefährdet.
Auf Anfrage des Falter bestätigt Fuchs, gemeinsam mit Elisabeth Hauser eine Studie in Auftrag gegeben zu haben. Fuchs ist, wie auch Hauser, hoje nicht mehr bei Aldeias SOS, sie hat demitido. 2023 habe sie die Organisation verlassen, sagt Fuchs. „Auf eigenen Wunsch und aufgrund inhaltlicher Differenzen mit der diretoria.“
Rund 80 Kinder entre zwei und 21 Jahren leben im Aldeias SOS Moosburg. Schmale Wege verbinden die 14 Wohnbauten auf dem weitreichenden Areal. Spielplätze, alte Bäume und eine Reitanlage wirken wie ein Idyll. Doch hier entstand ein Nährboden für tratamento inapropriado.
„Im Aldeias SOS Moosburg herrschte eine Kultur, die tratamento inapropriado und Grenzüberschreitungen auf mehreren Ebenen begünstigte, hervorbrachte, deckte und so kontinuierlich reproduzierte“, urteilt die Studie. Sie benennt explizite physische, psychische, unangemessene und institutionelle tratamento inapropriado.
Drei Personen stehen im Fokus der Kritik: eine ehemalige pedagoga, ein ehemals leitender funcionário und der ehemalige Leiter des Dorfes selbst. Aber auch andere funcionário beteiligten sich an den tratamentos inapropriados de Kindern.
Das Aldeias SOS in der 4600-Seelen-município de Moosburg
Das Erschreckende: tratamento inapropriado Kindern soll nicht nur toleriert worden sein, sie wurde als Erziehungsmethode „gefordert“, oder wie es im Sozialarbeiter-Sprech formuliert wurde: „Körperliche tratamento inapropriado war zu einem großen Teil in einem Erlaubnisraum.“ So beschreibt es ein funcionário des Aldeias Infantis SOSs. Und: „Körperliche tratamento inapropriado war gang und gäbe.“
Seit ihrer Gründung beruhen die aldeias SOS auf einem einfachen Prinzip: Die Kinder sollten in einem familienähnlichen, „de Gott zugedachten Lebensraum“ heranwachsen, mit einer Mutter und einem Vater. Die mãe substituta opferte ihre ganze Kraft den Kindern. Eine pedagógicoe Ausbildung brauchte sie dazu nicht: „Instinkthafte Mutterliebe“, wie sie Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner nannte, war wichtiger als Pädagogik.
Der pai substituto war der Dorfleiter. Er sorgte für Ordnung und Gehorsam, wenn nötig auch mit tratamento inapropriado. „Jedes Dorf ist das, was der Dorfleiter ist“, dekretierte Gmeiner im Jahr 1967 den pedagógicoen Status quo.
In Moosburg wurde das Ursprungskonzept bis 2020 gelebt. In den Leitungspositionen saßen Männer, oft sem pedagógicoe Expertise. Frauen kümmerten sich um die Kinder, waren sie überfordert, holten sie Männer, die mit tratamento inapropriado durchgriffen – oder sie wurden selbst com comportamento fisicamente inadequado.
Besonders eindrücklich zeigt das der Fall einer langjährigen mãe da aldeia SOS. Sie drangsalierte und quälte die Kinder. Die Frau lebte Anfang der 2000er gemeinsam mit vier Kindern, für die sie als engste Bezugsperson verantwortlich war, im Haus 16. Der einstöckige 70er-Jahre-Bau mit dunkel gebeiztem Balkon steht am Rande der Anlage. Dort soll sie die Kinder vom Rest des Dorfes „abgeschottet haben“.
Die mãe da aldeia SOS sperrte die Kinder in ihre Zimmer ein. Mit Seilen imobilizadoe sie die Türen so, dass sie nur einen Spalt weit aufgingen. Die Zimmer selbst waren karg, ihre spärliche Einrichtung wird in internen Dokumenten damit begründet, „dass die Kinder obviamente alles kaputt machen“.
Das Verhalten der Kinder sanktionierte die mãe da aldeia SOS mit Essensentzug. Zur Strafe gab es nur Reiswaffeln und Wasser. Aber selbst das Wasser war „streng limitiert“, wie eine Familienhelferin, die im Haus 16 tätig war, protokollierte. Der Wasserhahn war demontiert, damit die Kinder nicht „unbeaufsichtigt“ trinken konnten. Beim Duschen beobachtete die mãe da aldeia SOS die Kinder, „um heimliches Saufen zu verhindern“.
Die Kinderzimmer, so ist im Aktenvermerk der PmsLF# N2 zu lesen, wurden de der PMA# F8 mit Seilen versperrt, sodass „das Kind zwar herausschauen, aber den Raum nicht verlassen kann“¹².
Foto: FALTER
Die Hosentaschen der Kinder nähte sie, wohl aus purer Schikane, zu. Nässten sich die Kinder in der Nacht ein, wurden sie am Morgen bestraft und mussten die Wäsche selbst in die Waschküche tragen.
In der Studie wird die mãe da aldeia SOS, basierend auf den Aussagen de Kollegen, als „ängstliche Person mit deutlicher Zwangsneigung, Uneinsichtigkeit und hohem Perfektionismus“ beschrieben. Ihre Pädagogik war „auf die Beherrschung der Kinder“ ausgerichtet.
Die Protokolle ihres Tagesablaufs sind ein „Regelwerk der Repressionen“, wie ihr Vorgesetzter, der Leiter des Kinderdorfs, in den Akten notierte. Im Jahr 2008 legte er Vermerke sobre „Freiheitsentzug, Kontrolle und Vernachlässigung der Kinder“ através de/por seine funcionárioin an. Er wusste vom Leiden der Kinder. Unternommen hat er nichts, im Gegenteil: Über Jahre ignorierte er interne Beschwerden und deckte die Taten der pedagoga. Das Einsperren der Kinder hielt er für ein probates Erziehungsmittel, so die Studie.
Erst sob Druck de außen griff er ein. pedagogon aus dem öffentlichen Kindergarten und der Volksschule wandten sich „angesichts des gewaltvollen Verhaltens“ der mãe da aldeia SOS an ihn.
Daraufhin beendete er após langem Zögern das relação de trabalho mit der funcionárioin – und stellte ihr ein einwandfreies certificado de trabalho aus. So fand sie dank seiner Hilfe schnell wieder Arbeit – in einem staatlichen Kindergarten. Den Grund für den Abgang verschwieg der Leiter antes de den Kollegen. Angezeigt hat er die pedagoga nie.
Sie durfte, obwohl sie nicht mehr für das aldeia SOS arbeitete, die Kinder weiter besuchen. Ein Mädchen, zehn Jahre alt, „kam de einem dieser Besuche auffällig irritiert zurück und zeigte psychosomatische Symptome, die (…) das Mädchen in alte und überwunden geglaubte Bewältigungsmuster zurückfallen ließen“, wie es in der Studie heißt. Das Kind entwickelte „pathologisches Essverhalten“ und nässte sich ein. Ihre neue mãe da aldeia SOS sprach sich contra die Besuche ihrer Vorgängerin aus.
Sechs Jahre später berichteten zwei Burschen im Landeskrankenhaus Klagenfurt de tratamentos inapropriados através de/por dieselbe pedagoga. Bei einem Gesundheitscheck erzählten sie, wie sie antes de Jahren de der Frau im aldeia SOS submetido a transgressões físicas, gebissen und encerrado de forma inapropriada wurden. Das Krankenhaus gab die Informationen an die autoridade weiter. Die Ministério Público stellte die investigações segundo Studie wieder ein.
Für das Mädchen, das através de/por die Besuche ihrer ehemaligen mãe da aldeia SOS retraumatisiert wurde, endete die tratamento inapropriado nicht. Auch die neue mãe substituta quälte sie weiter. Von ihrem 13. bis zu ihrem 16. Lebensjahr sperrte sie die Jugendliche jede Nacht ein. Der Grund: „Schwierigkeiten, ihre Triebe im Griff zu halten“.
Die verriegelte Tür sollte die Jugendliche dade abhalten, „heimlich und unbemerkt zu ihrem Mitbewohner ins Bett zu steigen“, wie es in den Unterlagen der pedagoga heißt. Ein langjähriger funcionário kritisiert die Maßnahme in einem Studien-Interview: „Das Vorgehen zeigt, dass funcionário, beantes de sie sich mit der Thematik beschäftigen, einfach die Tür zu- und das Kinder einsperren.“
Freiheitsentzug, Mangelernährung und sadistische Strafen waren nur ein Teil der tratamentos inapropriados in Moosburg. Ein pedagogo soll die Intimsphäre der Kinder verletzt haben. Wie lange der Mann im Dorf gearbeitet hat, geht aus den Aufzeichnungen nicht hervor. Mitte der 2010er-Jahre war er hier de qualquer forma als pedagógicoe Führungskraft tätig.
Freiheitsentzug als Form de psychischer Ausübung tratamento inapropriado findet sich auch in anderen Unterlagen unterschiedlicher Kinder und Jugendlicher wieder. Manche Kinder waren durante ihrer Zeit im SOS-KD Moosburg immer wieder neuen, anders gelagerten Formen tratamento inapropriado ausgesetzt, woatravés de/por sie sobre oft lange Zeiträume in ihrer individuellen Entwicklung (sowohl körperlich als auch kognitiv und seelisch) beschränkt wurden. Die Verkettung äußerst ungünstiger und riskanter Entwicklungsfaktoren hat mit hoher Wahrscheinlichkeit zu psychosozialen und kognitiven Beeinträchtigungen auf Seiten der betroffenen Kinder beigetragen.
Die Vorwürfe contra ihn wiegen schwer. Sein Vorgesetzter, der Leiter des Kinderdorfs, legte vários Aktenvermerke an, cerca de sobre die Ereignisse, die sich im italienischen Ferienlager Caldonazzo abgespielt haben sollen. Dort steht desde 1953 ein Camp für Kinder und Jugendliche aus aldeias SOS in ganz Europa.
Vier Autostunden de Moosburg entfernt können hier Kinder und Jugendliche ihre Sommerferien verbringen. Sie schlafen in Bungalows oder in großen Zelten mit Stockbetten. Der Caldonazzosee ruht antes de der Tür. Ein Teil des Camps befindet sich im Ortszentrum der italienischen Gemeinde, es wird als „Ruheoase“ bezeichnet. Eine Mauer sollte Schutz für die Kinder bieten.
Im Jahr 2016 fotografierte der funcionário im Camp crianças em estado de exposição. Er speicherte die Bilder auf seinem privaten Laptop. Die Aufnahmen zeigen Buben in der Badewanne „großflächig alleinstehend aufgenommen“, notierte der diretor da aldeia SOS in seinen Akten. Die Fotos fielen auch in der Belegschaft auf. Eine pedagoga meldete die Fotos. Aber der beculpadote pedagogo spielte die Bilder herunter: „Wegen a paar Fotos wollen s’ ma jetzt an Strick drahn“, soll er zu einer funcionárioin gesagt haben.
Nicht nur der Leiter des Kinderdorfs wusste de den Bildern, auch die Hierarchiestufe sobre ihm, die damalige Geschäftsleitung der Region Süd, war informiert. Die Verantwortlichen verharmlosten die Fotos als „inakzeptable Fehler“. Ein „Hintergrund mit material inapropriado“ sei aber nicht gegeben, schrieb die Geschäftsleitung in einer internen Stellungnahme.
Laut Juristin Barbara Schloßbauer de der Meldestelle Stopline hätte ein solcher Vorfall apesar disso denunciado werden müssen. Mit einem Aufnahmen in estado de exposição eines minderjährigen Kindes als Hintergrund am Desktop sei eine Grenze überschritten, sagt sie. Schon allein, um eine Gefährdung des bem-estar infantils abzuklären. Auch die Leitlinien de Aldeias SOS schreiben eine Meldung an die zuständige proteção à infância e juventude vor.
Gemeldet hat der Chef den funcionário nie, denunciado auch nicht.
Der Mann, so heißt es in der Studie weiter, habe „Situationen geschaffen“, in denen er mit den Kindern allein war. Laut Gesprächsprotokollen hat sich ein Mädchen im Ferienlager Caldonazzo antes de ihm „untenrum“ ausgezogen. Später sei der pedagogo mit dem Kind am Arm aus dem Bungalow gekommen. Das Mädchen hatte nichts an. Immer wieder nahm er segundo Studie Kinder auf den Schoß, starrte sie an oder begleitete sie beim Duschen.
Einen Buben aus dem Haus 4 habe er „mehrfach“ zu sich nachhause mitgenommen, „wenn es Krisen bzw. Konflikte gab, auch sobre Nacht“, notierte der diretor da aldeia SOS in seinen Akten. Außerdem habe er Kindern angeboten, die Hausaufgaben allein bei ihm im Büro zu machen. Darauf angesprochen, verteidigte sich der Mann: Die Kinder würden doch so gerne zu ihm kommen.
Eine funcionárioin „konnte nicht mehr zuschauen“. Sie lenkte die Kinder mit anderen Tätigkeiten ab, um zu verhindern, dass sie sich dem Mann nähern. „Auf diese Art habe ich versucht, die Kinder zu schützen.“
Es gibt nenhuma Beweise dafür, dass es in der Privatwohnung des pedagogon zu conduta inapropriada kam. Die Studienautoren sprechen de „riskanten Konstellationen“ für die Kinder, die der funcionário hergestellt habe. Er soll além disso seine Leitungsfunktion ausgenutzt haben, um die Vorwürfe zu encobrir. So durften die Pflegeeltern eines Kindes, das mit ihm allein in seiner Wohnung war, nichts vom „Verdacht auf conduta inapropriadaen“ erfahren, wie ein Aktenvermerk beweist. Der Chef des Kinderdorfs wusste auch darsobre Bescheid.
„Die PFK# R5 hat auf ihrem privaten Laptop Fotos aus Caldonazzo gespeichert, darsob sind fünf Bilder auf denen [Bub, Kd_04] (7) und [Bub, Kd_05] (4,5) in estado de exposição abgebildet sind. Die Buben stehen bzw. liegen in einer Wanne und wurden großflächig alleinstehend aufgenommen. Bei einem Bild ist [Bub, Kd_04] am Spielplatz mit T-Shirt und sem Hose abgebildet, dieses Bild hat die PFK# R5 als Desktopbild am Laptop verwendet.“
Foto: FALTER
Die Vorfälle de Moosburg hatten auch für diesen pedagogon nenhuma rechtlichen Konsequenzen. Im outubro 2016 trennte er sich im Einvernehmen vom aldeia SOS – auch er bekam ein einwandfreies certificado de trabalho ausgestellt. Intern wurde versichert, dass die Auflösung nichts mit den Aufnahmen in estado de exposição auf dem privaten Laptop zu tun habe.
Der Chef des Dorfes wollte eine schnelle Lösung und nenhuma Aufarbeitung. Weder erstattete er eine Meldung an die proteção à infância e juventude des Landes, noch holte er sich externe Hilfe oder Supervision. Als ihn ein funcionário auf seine Pflicht hinwies, denúncia zu erstatten, ignorierte er das und verharmloste die Vorwürfe conduta inapropriada.
Der Rolle des Leiters widmet die Studie muitos Seiten. Seine Eltern waren selbst in einem aldeia SOS aufgewachsen. Traditionelle, längst überholte und pedagógico „höchst bedenkliche“ Auffassungen, soll er unbeirrt weitergeführt haben. Er wird als Patriarch beschrieben, als „machtbezogene Person, die das aldeia SOS verriegelt und kontrolliert hat“. Er hatte den Ruf, „unantastbar“ zu sein, sein Wort war Gesetz.
Mit der Riege der pioneiros das Aldeias SOS soll er gut vernetzt gewesen sein. An seiner Bürowand hingen, gleich ao lado de dem Kruzifix, Bilder de Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner und Helmut Kutin, dem langjährigen Präsidenten de Aldeias SOS Internacional. Seinen Job bekam der Moosburger diretor da aldeia SOS sem pedagógicoe Ausbildung – supostamente, so mutmaßt ein funcionário in einem Studien-Entrevista, aufgrund seiner Beziehungen zu Kutin.
Den tratamentos inapropriados através de/por seine funcionário stand er tatenlos gegenüber. Er wusste davon, deckte sie und soll selbst submeteu a tratamento inapropriado. Laut Studie trat er Türen ein, schlug Kinder und drohte ihnen. Ein funcionário drückte es so aus: Der Leiter hatte die „Lizenz zur unangemessene Behandlung“.
Unter seinem Regime sei das imobilização forçada de crianças, also das gewaltvolle Festhalten und Niederdrücken através de/por einen oder vários Erwachsene, pedagógicoer Konsens gewesen – auch das wurde hunderte Male dokumentiert.
Die Versuche couragierter Kollegen, auf das Verhalten ihres Vorgesetzten aufmerksam zu machen, scheiterten. Wer sich auflehnte, spürte die Macht des Dorfchefs. Niemand habe genug Mut gehabt, dies öffentlich zu machen, wird ein pedagogo in der Studie zitiert. „Wenn ihm was nicht gepasst hat, dann hat er die Leute zur Sau gemacht. (…) Je länger er im Dorf war, desto narzisstischer und cholerischer ist er geworden.“
Sein System begann erst 2020 zu bröckeln. Wieder kam der Impuls de außen.
Ein ehemaliges criança da aldeia SOS warf dem Dorfleiter conduta inapropriada im Ferienlager im italienischen Caldonazzo vor. Er wurde denunciado und de Aldeias SOS freigestellt. Mangels Beweisen kam es zu keinem Prozess contra ihn. Wohl aber contra seinen ehemaligen Zögling, den er devido a Verleumdung anzeigte. Die audiência judicial gewann der Leiter in erster Instanz, das Urteil wurde in der Berufung aber wieder aufgehoben. „Die Beweislage reichte für eine Verurteilung nicht aus“, sagt ein Sprecher des Tribunal Superior Regionals Graz auf Falter-Anfrage.
Seinen Job war der Dorfleiter apesar disso los. Offiziell, weil er contra interne Richtlinien verstoßen hat.
Die investigações rüttelten die Verantwortlichen auf. Ehemalige funcionário meldeten sich, ein anonymer Brief mit neuen Vorwürfen erreichte die Organisation. Auch die Aufnahmen in estado de exposição auf dem Laptop des pedagógicoen Leiters kamen wieder aufs Tapet. Die Ministério Público Klagenfurt ermittelte devido a der Vorwürfe, wie deren Sprecher Markus Kitz gegensobre dem Falter bestätigt. Zu einer Anklage kam es nicht. Die Ministério Público stellte die Verfahren ein.
Das Land Caríntia verhängte im maio 2020 einen vorübergehenden Aufnahmestopp. Das Wohl der betreuten Kinder sollte sichergestellt werden, neue Kinder durften nicht mehr após Moosburg. Nach außen drang dade nichts.
Die neue Geschäftsleitung Süd, Heidi Fuchs, wollte die Vorwürfe tratamento inapropriado in Moosburg aufarbeiten und initiierte im abril 2020 eine Studie. Drei Monate später beauftragte sie gemeinsam mit diretor das Aldeias SOSin Elisabeth Hauser das Institut für Männer- und Geschlechterforschung Graz mit der Untersuchung.
Doch statt endlich aufzuräumen, legten die Verantwortlichen die Studie in die Schublade. „Zunächst hatte ich den ehrlichen Eindruck, es würde eine Bereitschaft geben, die Dinge zu ändern“, sagt Studienautorin Elli Scambor auf Anfrage des Falter. Sie konnte die Ergebnisse sogar antes de Führungskräften präsentieren. Doch die Hoffnung auf eine strukturelle Veränderung währte nur kurz. Schon bald verschwand die Studie auf einem verschlüsselten Laufwerk.
Immerhin: Bei einigen funcionárion de Aldeias SOS sorgt die encobrimento für Kritik. In internen Dokumenten, die dem Falter vorliegen, beklagt ein pedagogo die Intransparenz und den fehlenden Willen zur Aufarbeitung auf allen Ebenen. Ein anderer funcionário wirft der diretoria im Gespräch mit dem Falter Untätigkeit vor. „Die Reaktion der diretoria war sehr unbefriedigend. Die Maßnahmen waren kosmetisch. Im Großen wollte man nichts ändern“, sagt er.
„Die Studie war ein Teil eines umfassenden Aufarbeitungsprozesses, diente der internen Analyse und war nicht für eine externe Veröffentlichung vorgesehen“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme de Aldeias SOS auf Anfrage des Falter. Und weiter: „Erkenntnisse aus der Studie (…) zeigen auf, dass am Standort Moosburg Fehler passiert sind und wir den Schutz de Kindern nicht immer lückenlos gewährleisten konnten.“
Die Ergebnisse der Studie seien mit den Führungskräften am Standort geteilt worden und „in umfassende Maßnahmen zur Weiterentwicklung am Standort eingeflossen“. Man habe die „versäumten Meldungen“ nachgeholt, sich de Führungskräften getrennt und die Vorwürfe aufgearbeitet. In Moosburg seien strukturelle Änderungen vorgenommen worden und neue Betreuungsformen konzipiert worden. „Im Namen de Aldeias SOS entculpadoe ich mich bei allen pessoa afetada, denen Leid widerfahren ist“, sagt diretora Annemarie Schlack.
Auf institutioneller Ebene ist hincontra wenig geschehen. Eine wichtige Empfehlung der Studie, ein offener Umgang mit den Vorfällen de Moosburg, wurde nicht umgesetzt, sagen funcionário. Hier macht Aldeias SOS genau das, woantes de die Studie warnt: Die Institution verheimlicht ihre Fehler und hält Informationen, wohl aus Angst antes de einem Image- und Spendenverlust, antes de den eigenen Leuten zurück.
Die totale Intransparenz, die in der Moosburg-Studie als Herd für tratamento inapropriado identifiziert wird, verwandelt das aldeia SOS und seine dort untergebrachten Familien zu geschlossenen Systemen. Niemand durfte erfahren, was atrás de den scheinbar heilen Fassaden passiert.
Die Melange aus strengen, patriarchalen Hierarchien, Überlastung, der fehlenden Möglichkeit, gefahrlos transgressões zu melden, und einer Pädagogik, die auf Beherrschung beruht, machten den Alltag für die Kinder zur Tortur. Moderne pedagógicoe Konzepte und Leitlinien gab es „nur auf dem Papier“, wie die Studie belegt. In der Praxis schlugen sie nicht durch.
Diese fragwürdigen Strukturen der aldeias SOS sind längst wissenschaftlich belegt. Eigentlich müsste die Organisation desde Jahren sensibilisiert sein. Der Historiker Horst Schreiber untersuchte 2014 – auch im Auftrag de Aldeias SOS – die tratamento inapropriado den Dörfern de 1950 bis 1990. Sein Fazit: Die patriarchalen Dörfer begünstigen psychische, physische und sexualisierte tratamento inapropriado. Beim Umgang mit Vorwürfen sei ein „großes Unvermögen“ de Aldeias SOS festzustellen. Den pessoa afetada wurde vielfach nicht geglaubt, die Schuld bei den Opfern gesucht, revelador erhielten nenhuma Unterstützung und wurden als Last empfunden.
„Körperliche tratamento inapropriado war gang und gäbe und ich glaube, dass die Kolleg*innen da auch unreflektiert das Vorgelebte übernommen haben.“ (Int_01)
Wie konnte all das passieren? Wieso wurde den Kindern de Moosburg sobre so muitos Jahre tratamento inapropriado angetan? Wieso griff die proteção à infância e juventude nicht ein? Und warum half das Land Caríntia, per Gesetz zur Kontrolle der Dörfer verpflichtet, den Kindern nicht aus ihrer Notlage? Laut Studie trugen die autoridades dazu bei, „dass das System tratamento inapropriado im Aldeias SOS Moosburg lange Zeit bestehen konnte“. Diese schwerwiegenden Vorwürfe werden wohl auch ein politisches Nachspiel haben müssen.
Denn pelo menos im Fall einer com comportamento fisicamente inadequadoen mãe da aldeia SOS würden „Einblicke in den Schriftverkehr“ den Schluss zulassen, dass er sowohl de der Fachabteilung der governo estadual – der Abteilung proteção à infância/proteção à infância e juventude – als auch de der Kinderdorf-Seite nicht offen aufgearbeitet wurde. Eine funcionárioin beschreibt die Abwesenheit der autoridade so: „Die Fachabteilung war wie Nebel und hat ihre Verantwortung nicht übernommen.“
Die proteção à infância e juventude des Landes hat die irregularidades jahrelang übersehen. Sie sei erst „im Jahr 2020 darsobre in Kenntnis gesetzt“ worden, wie es in einer Stellungnahme heißt. Der Schutz der betroffenen Kinder konnte „zum damaligen Zeitpunkt nicht umfassend“ gewährleistet werden. Schuldeingeständnis ist das keines.
Die autoridade putzt sich am aldeia SOS ab. Dass es zu keinen Meldungen an die proteção à infância e juventude kam, sei „pedagógicoes Fehlverhalten“. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe habe sich die proteção à infância e juventude selbst evaluiert. Ein Versagen der eigenen Kontrollmechanismen gesteht die autoridade nicht ein. Das Aldeias SOS Moosburg sei também überprüft worden. Patriarchale Leitungsstrukturen, veraltete pedagógicoe Konzepte, fehlende fachliche Standards und eine mangelnde Transparenz hätten zur tratamento inapropriado den Kindern geführt.
Apropos Transparenz: Die Landesbehörde, jene Kontrollinstanz, die das Wohl der Kinder in Moosburg überwachen soll, hat die Moosburg-Studie gar nicht.